Wertschätzung für Lebensmittel ist bei vielen gering

CDU Steimbke ermöglichte Blick in die Produktion bei Frischli

Steimbke/Rehburg-Loccum. Mehr als 40 Interessierte waren es, die sich durch die Werkshallen von Frischli in Rehurg drängten, um zu erfahren, wie heutzutage die moderne Milchverarbeitung funktioniert. Dieser zweite Termin der vom CDU-Samtgemeindeverband Steimbke organisierten Veranstaltungsreihe „Von der Kuh bis in den Bauch“ rund um die Lebensmittelproduktion am Beispiel Milch übertraf damit deutlich die Erwartungen. „Die Menschen wollen wissen, was genau sie essen, was drin ist und wie es entsteht. Deshalb ist es richtig, dass wir in Deutschland strenge Qualitätskontrollen haben und Firmen wie Frischli transparent Einblick in ihre Produktion geben“, sagt der Vorsitzende des CDU-Samtgemeindeverbandes, Holger Spreen, zum Hintergrund der Reihe. „Wir wollen einen Blick hinter die Kulissen ermöglichen, aber auch informieren über die alltäglichen Sorgen in der Landwirtschaft und der nachgelagerten Lebensmittel verarbeitenden Wirtschaft.“

Genau das ermöglichte Frischli-Mitarbeiter Dr. Jörn Uwe Starcke mit seiner Führung durch die Zentrale der Molkerei. Kompetent lotste er die Besuchergruppe durch die Produktion und erläuterte den Weg von der Rohmilch bis zum fertigen Produkt. Etwa 1.300 Landwirte lieferten pro Jahr etwa 900 Mio. kg Milch bei Frischli an, die an drei Standorten von rund 700 Mitarbeitern zu unterschiedlichsten Produkten verarbeitet würden. Höchste Lebensmittelreinheit werde z.B. durch Laboruntersuchungen direkt nach Anlieferung der Milch sichergestellt; ein Grundstein sei aber auch die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Milchbauern und Molkerei, die für beide Seiten Planungssicherheit gebe. Auch das mag ein Grund dafür gewesen sein, dass es im vergangenen Jahr nur elf Fälle gegeben habe, in denen als Ergebnis der Untersuchungen angelieferte Milch nicht verkehrsfähig gewesen sei. Herzstück einer modernen Molkerei seien Zentrifugen, in denen die Rohmilch in ihre verschiedenen Bestandteile zerlegt werde.

Die sich anschließende Diskussionsrunde gab manchem Interessierten weitere Einblicke: Die wesentliche Ursache für die schlechte Erlössituation vieler Milchviehbetriebe liege im Überangebot von Milch am Markt. In dieser Situation könnten die Discounter mit den geringsten Kosten den Preis weiter drücken. Frischli zahle den Milchviehbetrieben derzeit noch 23 Cent, könne überschüssige Milch am Markt aber nur für 15 Cent weiterverkaufen; der Preis werde daher absehbar weiter nachgeben. „Drei Cent Preisdifferenz bringt für einen modernen Betrieb heute einen fünfstelligen Betrag pro Monat Mehr- oder Minderertrag. Diese kleine Differenz entscheidet für viele Betriebe darüber, ob sie überhaupt noch Gewinn erwirtschaften können“, verdeutlicht CDU-Vorstandsmitglied Christian Andermann, selbst Landwirt, die Konsequenzen.

„Die Wertschätzung für Lebensmittel ist bei vielen Verbrauchern nach wie vor gering. Abgesehen von Baby- oder Tiernahrung dürfen Lebensmittel für die meisten Menschen nicht viel kosten. Unter dieser Einstellung leiden im Ergebnis nicht nur die Landwirte und Molkereien“, fassen Holger Spreen und Christian Andermann den Frischli-Besuch zusammen. „Gesunde und nachhaltig produzierte Lebensmittel haben ihren Preis. Zu dieser Erkenntnis wollen wir als CDU mit unserer Veranstaltungsreihe beitragen.“

Zum Abschluss dieser Reihe lädt die CDU ein zum Gespräch mit dem Vorsitzenden des Landvolkkreisverbandes Mittelweser, Tobias Göckeritz, am Freitag, 22. April um 20 Uhr im Hotel „Zur Post“ in Steimbke, im Mittelpunkt stehen wird die Situation auf den Höfen und die Preisbildung an den Agrarmärkten.